Gruppenreisen: Singlelust oder Singlefrust

Gruppenreisen scheinen auf den Blick für Singles perfekt geeignet zu sein. Durch das nahezu permanente Zusammensein und die gemeinsamen Mahlzeiten der Gruppe lernt man die anderen problemlos und entspannt kennen. Noch dazu trifft man auf Menschen, die zumindest teilweise die gleichen Interessen haben. Das kann ebenso gut segeln durch das Mittelmeer sein, wie die präkolumbianische Inkakultur in Peru. In dieser Hinsicht sind Gruppenreisen perfekt geeignet.

 

Warum machen dann nicht alle Singles Gruppenreisen und kommen als ehemalige Singles wieder zurück? Das hat mehrere Gründe. Erstens ist die Auswahl an potentiellen Partnern durch die Zusammensetzung der Gruppe stark eingeschränkt. Umso stärker, je kleiner die Reisegruppe ist. Wer dann noch das Pech hat, nur mit Paaren zu reisen, dessen Chancen tendieren gegen Null. Daher ist meine Empfehlung, vor der Buchung beim Reiseveranstalter die Zusammensetzung der Gruppe zu erfragen. Dabei sollte man keine Scheu haben. Die Reiseveranstalter kennen die Problematik und erteilen normalerweise problemlos Auskunft.

 

Ohnehin können die anderen Mitglieder der Reisegruppe zu einem Problem werden. Ganz unabhängig davon, ob man Single ist oder nicht. Denn der Vorteil des leichten Kennenlernens wird oft aufgewogen durch die Schwierigkeit, bestimmten Personen aus dem Weg zu gehen. Als abschreckendes Beispiel seien hier nur Lehrer genannt, die solche Reisen nutzen, um ihr vorher angelesenes Fachwissen ungefragt an den Mann und die Frau zu bringen. Erfahrungen zeigen, dass es solche Kandidaten in nahezu jeder Reisegruppe gibt. Für abschreckende Beispiele sei Tommy Jauds Buch Hummeldumm oder folgender Beitrag empfohlen.

 

Trotzdem sind Gruppenreisen eine interessante Reiseform. Sie ermöglichen es ein Land oder eine Region bspw. in einem schönen Ferienhaus in Seeland (Dänemark) einfach und sicher kennenzulernen, ohne sich den Stress umfangreicher Reiseplanung machen zu müssen. Dazu liegen die Chancen jemanden kennenlernen bei 100 Prozent. Ob sich daraus Freundschaft, Liebe oder Antipathie entwickelt, kann wie immer im Leben nicht vorhergesagt werden. Da hilft nur ausprobieren. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, welche Kompromisse man auf einer Gruppenreise eingehen muss.

 

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